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Die Treibhausgasbilanz (THG) ist die detaillierte Erfassung aller Klimagase, die durch den Betrieb Ihres Hotels entstehen – umgerechnet in die Maßeinheit CO₂-Äquivalente. Sie ist der offizielle, messbare Fußabdruck Ihres Hauses. 


Für Südtiroler Betriebe ab 10 Mitarbeiter:innen ist diese Bilanz bereits ab Level 1 obligatorisch, kleinere Häuser steigen ab Level 2 ein. Um hier absolute Klarheit zu schaffen, bringen wir zuerst Ordnung in das internationale Regelwerk. Anschließend erklären wir Ihnen, wie wir die detaillierte Datenerfassung für Ihr Hotel strukturiert und fachlich fundiert lösen. 


Was sie ist

Eine Treibhausgasbilanz erfasst, welche Emissionen Ihr Betrieb im Lauf eines Jahres verursacht. Grundlage sind Verbrauchsdaten, die ohnehin vorliegen: Strom, Heizung, Treibstoff, Wasser, Abfall, Einkauf.


Erfasst wird dabei nicht nur Kohlendioxid, sondern alle Treibhausgase – etwa Methan aus Lebensmitteln und Abfall oder Kältemittel aus Klimaanlagen. Sie werden nach ihrer Klimawirkung in CO₂-Äquivalente umgerechnet. Das Ergebnis ist eine Zahl, die vergleichbar und über die Jahre nachvollziehbar ist.


Was sie Ihnen bringt

Sie sehen, wo Ihr Geld hingeht. Emissionen entstehen dort, wo Energie und Material verbraucht werden. Eine Bilanz macht sichtbar, welche Bereiche des Betriebs die höchsten Verbräuche haben – und das sind fast immer auch die höchsten Kosten.

Sie erkennen die wirksamsten Hebel. Ohne Zahlen wird dort investiert, wo es naheliegt. Mit Zahlen dort, wo es wirkt.

Sie können Ihre Entwicklung belegen. Eine einzelne Bilanz ist eine Momentaufnahme. Erst die Reihe über mehrere Jahre zeigt, ob Maßnahmen greifen – gegenüber Ihnen selbst, Ihrer Bank und Ihren Gästen.

Sie sind vorbereitet. Banken beziehen Emissionsdaten zunehmend in ihre Bewertung ein. Wer die Zahlen hat, muss sie nicht kurzfristig beschaffen.


Die drei Scopes

Emissionen werden in drei Bereiche eingeteilt, je nachdem, wo sie entstehen.

Scope 1 – Direkte Emissionen

Alle eigenen Emissionen, die Ihr Hotel direkt im Betrieb erzeugt. Dazu gehören Heizöl, Gas, Pellets und Treibstoff für eigene Fahrzeuge.

Scope 2 – Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie

Alle Klimagase, die bei der Erzeugung Ihrer eingekauften Energie entstehen. Das betrifft in erster Linie den Strombedarf Ihres Hauses sowie externe Fernwärme. Diese Emissionen entstehen beim Erzeuger, werden aber Ihrem Verbrauch zugerechnet.

Scope 3 – Indirekte Emissionen der Lieferkette

Alle indirekten Emissionen außerhalb Ihres Hotels. Dazu gehören der gesamte Wareneinkauf von Lebensmitteln und Gütern, Dienstleistungen wie die Wäscherei, aber auch Wasserverbrauch und Entsorgung sowie die Anreise von Gästen und Mitarbeitenden. Dies ist der aufwendigste und oft größte Teil.


Verwandte Begriffe

Rund um die Treibhausgasbilanz kursieren mehrere Begriffe, die oft synonym verwendet werden – es aber nicht sind. Die wichtigsten im Überblick: 

In der Praxis begegnen Ihnen mehrere ähnliche Begriffe. Sie unterscheiden sich darin, was gemessen wird und über welchen Zeitraum: 

Nicht jeder dieser Begriffe meint dasselbe. Der Unterschied liegt darin, was betrachtet wird – ein Betrieb oder ein Produkt – und welche Umweltwirkungen einbezogen sind. 


Corporate Carbon Footprint (CCF)

Der andere Name für die Treibhausgasbilanz. Betrachtet wird ein Betrieb über ein Geschäftsjahr, gegliedert nach Scope 1 bis 3. Das ist die Bilanz, die das Nachhaltigkeitslabel Südtirol verlangt.

Product Carbon Footprint (PCF)

Der Fußabdruck eines einzelnen Produkts – etwa einer Übernachtung. Für Hotels selten gefordert, aber gelegentlich interessant für die Kommunikation gegenüber Gästen.

Ökobilanz / Life Cycle Assessment (LCA)

Die umfassendste Methode. Sie betrachtet nicht nur Treibhausgase, sondern auch Wasserverbrauch, Flächennutzung und Schadstoffe – über den gesamten Lebensweg eines Produkts. Für Hotels in der Regel nicht erforderlich.

Von diesen drei Instrumenten ist für Ihren Betrieb die Treibhausgasbilanz relevant. Product Carbon Footprint und Ökobilanz sind für Hotels in der Regel weder gefordert noch erforderlich. 

Der Unterschied in einem Satz: Die Treibhausgasbilanz misst ein Unternehmen und ein Jahr, ausschließlich in CO₂-Äquivalenten. Die Ökobilanz misst ein Produkt über sein gesamtes Leben, in vielen Umweltwirkungen zugleich.


Wer erstellt, wer prüft

Die Bilanz erstellen wir mit Ihnen. Für Level 3 des Nachhaltigkeitslabels Südtirol ist das auch vorgeschrieben: Die Treibhausgasbilanz muss extern begleitet sein. 

Die Bilanz erstellen wir mit Ihnen. Das entspricht auch der Vorgabe: Für das Nachhaltigkeitslabel Südtirol muss die Treibhausgasbilanz extern begleitet sein.

Geprüft wird sie von anderer Seite. Bei touristischen Betrieben erfolgt die Prüfung durch die SQK, die Südtiroler Qualitätskontrolle. Diese Trennung ist der Grund, warum Ihre Zahlen gegenüber Banken, Partnern und Gästen Gewicht haben.

Die Bilanz erstellen wir mit Ihnen. Bestätigt wird sie von anderer Seite: Für Level 3 des Nachhaltigkeitslabels Südtirol wird sie von einer externen Stelle validiert.

Dieselbe Trennung wie bei der Zertifizierung. Sie ist der Grund, warum Ihre Zahlen gegenüber Banken, Partnern und Gästen Gewicht haben.



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